
Mittelalterliche
Stadtkerne und
Befestigungs-
anlagen
Im Jahr 929 gerät die slawisch besiedelte Region Brandenburg unter die Gewalt des deutsche Königs Heinrich I. Die Gründung der Bistümer Brandenburg und Havelberg im Jahr 948 hatte die Etablierung des Christentums unter der slawischen Bevölkerung zum Ziel. Nachdem die Slawen für kurze Zeit die macht über ihr angestammtes Gebiet wiedererlangten, festigte der Askanier Albrecht der Bär 1134 die deutsche Herrschaft über Brandenburg. Nun begann die großflächige Besiedlung Brandenburgs durch deutschstämmige Einwanderer. Im Zuges dessen wurden die slawischen Stämme weit nach Osten zurückgedrängt. Im 13. Jahrhundert wurden zahlreichen deutschen Ortschaften, die auch teilweise slawischen Ursprungs waren, das Stadtrecht verliehen. Diese Städte wurden schnell zu blühenden Handelszentren. Einige nordwestbrandenburgische Städte wie Kyritz und Perleberg gehörten sogar zeitweise der Hanse an. Ausgrabungen in den Zentren brandenburgischer Städte haben in den letzten Jahren einen großen Teil der bodendenkmalpflegerischen Aktivitäten ausgemacht. Dabei konnten sehr interessante Befunde freigelegt und dokumentiert werden, denn der Untergrund ist in den Altstädten weniger gestört als man vermutet hatte. In Potsdam, Rheinsberg und Neuruppin konnten Teile der mittelalterlichen Stadtstrukturen unter dem barock geprägten Stadtbild entdeckt werden. Hervorragend erhaltene mittelalterliche Holzbefunde (Straßen, Keller, Kloaken) brachten Untersuchungen in Cottbus, Kyritz und Wittenberge zutage.
