
Burgen und
Schlösser
Das Land Brandenburg besitzt zahlreiche Schlossanlagen und einige gut erhaltene mittelalterliche Burgen. In vielen Fällen folgte eine aus Stein errichtete, deutsche Burg auf einen bereits in slawischer Zeit angelegten Burgwall. Aus diesem Grund stellt die archäologische Untersuchung eines solchen Objektes immer eine besondere Herausforderung dar. An einer Burg wurden über Jahrhunderte immer wieder Veränderungen vorgenommen, die im Falle einer drohenden Zerstörung von Teilen der Originalsubstanz sehr genau dokumentiert werden müssen, da sich die Quellenlage zu Bauaktivitäten an den einzelnen Objekten nur mangelhaft darstellt. Die Aufgabe der archäologischen Dokumentation ist dann in erster Linie die Erfassung von Bauphasen. In diesem Fall wird das Augenmerk in gleichem Maße auch auf die oberirdischen Gegebenheiten gerichtet, sodass Archäologie und Baugeschichte bei der Untersuchung von diesen herausragenden Zeugnissen der brandenburgischen Geschichte Hand in Hand gehen. Nicht zuletzt fließen die Ergebnisse einer archäologischen Dokumentation an einem Schloss oder einer Burg in einigen Fällen in die Überlegungen zu einer denkmalgerechten Restaurierung oder einer partiellen Wiedererrichtung des Bauwerkes mit ein. Als Beispiele sind die Integrierung der Rheinsberger Stadtmauer in den Neubau der Musikschule am Kavalierhaus zu nennen, sowie die in den Jahren 2000 und 2001 erfolgenden Aufbauarbeiten des zum zerstörten Potsdamer Stadtschloss gehörenden Fortuna-Portals auf den Originalfundamenten von 1701.
