Literatur:
Werner, H. 1997: Technische Anlagen freigelegt. Slawische Kalkbrennöfen von Dyrotz, Landkreis Havelland.. In: Archäologie in Berlin und Brandenburg 1995-1996 (Theiss Verlag, Berlin u. Stuttgart)., S. 90-91.

Werner, H. 2000: Eine spätslawische Siedlung von Dyrotz.. In: Führer zu archäologischen Denkmälern in Deutschland 37. (Theiss Verlag, Stuttgart)., S. 213-217.

Investoren:
keine Daten vorhanden
Home    Kontakt    Impressum    Sitemap      Suchen  
Archäologische Kompetenz:

Ob Beratung, Prospektion, Grabung oder Baubegleitung - hier finden Sie die Dienstleistung, die Sie suchen.
Dyrotz 25



Abb. 1
11 Teersiedergruben, 18 Kalkbrennöfen, 20 Feuerstellen und 21 Brenngruben konnten ausgegraben werden. Der Teer wurde vor allem zum Abdichten und Kleben verwendet und der Kalk als Desinfektions- und Anstrichmittel. Die Brenngruben dienten in erster Linie zum Brennen der Keramik.



Abb. 1
In einer tiefen Grube wurden vier Gefäße mit der Mündung nach unten aufgestellt. Daneben lagen ein Pferdeschädel und ungebrannter Ton. Gefäße diesen Stils gehören in das 9.und 10. Jahrhundert.
Der 1,5 ha große Fundplatz Dyrotz 25, im Kreis Havelland an der Wublitzrinne gelegen, wurde als Notbergung von Oktober 1995 bis Dezember 1996, unterbrochen von einer durch starken Frost verursachten mehrmonatigen Winterpause, ausgegraben. Notwendig wurde diese Ausgrabung wegen des Baus eines Güterverkehrszentrums auf einer ursprünglich als Ackerland genutzten Fläche. Erstmalig gelang es, eine unbefestigte slawische Siedlung des 10. bis frühen 13. Jahrhundert vollständig freizulegen, wodurch einzelne Aspekte des dörflichen Lebens wie Hausbau, Landwirtschaft, Handwerk und religiöse Praktiken im Zusammenhang betrachtet werden konnten. Zudem sind Aussagen zur Struktur der Siedlung und zu ihrer Geschichte möglich. 2785 Befunde wurden fotografiert, gezeichnet und vermessen; 67377 Fundstücke geborgen und inventarisiert. Alle im Planum gezeichneten Befunde wurden digitalisiert, um mit Hilfe eines CAD-Programmes den Gesamtplan zu erstellen. Die Hauptmasse der Befunde stellen Siedlungsgruben in den unterschiedlichsten Formen und Tiefen dar. Viele dieser Gruben besitzen beachtliche Ausmaße. Die tiefste Grube reicht 2,66 m in das Erdreich. Die meisten dieser Gruben dienten als Vorratsgruben, wobei die sehr tiefen vornehmlich in der älteren Siedlungsphase (10.-11. Jahrhundert) angelegt worden sind. Im Zentrum der Siedlung lagen die Gebäude - Wohnhäuser und Ställe - und am Rand der Siedlung Brennöfen und -gruben zur Herstellung von Kalk und Teer, zum Brennen der Keramik und zur Metallbearbeitung. Aufgefundene Tierniederlegungen sowie Niederlegungen von Menschen- und Tierschädeln werfen ein Licht auf das religiöse Leben der Slawen. Zahlreiche Fundstücke, angefangen vom einfachsten Haushaltsgerät bis zu Waren des gehobenen Bedarfs, wie Edelmetallgegenstände und Reitersporen, beleuchten anschaulich das Alltagsleben der Slawen. Eine Datierungshilfe stellen die sechs Silbermünzen, die alle aus dem deutschen Raum stammen, dar.
Literatur
Investoren
Karte