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Eberswalde, Pavillionplatz

Die Kreisverwaltung des Landkreises Barnim beabsichtigt ab dem Jahr 2005 auf dem Gelände des Pavillonplatzes inmitten der Eberswalder Altstadt ein Verwaltungszentrum zu errichten. Die geplante Bohrpfahlgründung wird weite Teile des bisher sehr gut erhaltenen Bodendenkmals zerstören. Mit der Untersuchung von zwei archäologischen Fenstern auf dem Pavillonplatz in Eberswalde wurde der Versuch unternommen, vor der Teilzerstörung des Bodendenkmals zwei Flächen exemplarisch zu untersuchen. Auf Grund der knapp bemessenen Untersuchungsflächen konnten keine vollständigen Hausgrundrisse ergraben werden. Über die Struktur der Besiedlung gibt es nur wenige Aufschlüsse. So ist klar geworden, daß die frühneuzeitliche Straßenführung nicht in jedem Fall die mittelalterlichen Verhältnisse widerspiegelt. Die Parzellengrenzen und die Hausstandorte waren Veränderungen unterworfen, die nur durch großflächigere Untersuchungen zu erfassen sind. Details zu den Konstruktionen der Häuser hingegen konnten geklärt und dokumentiert werden. Es kristallisieren sich zwei Typen von Wohnbauten heraus, die jeweils dem gleichen Grundschema folgten, aber immer wieder den örtlichen Wünschen und Gegebenheiten angepaßt wurden. Insgesamt ist kaum eine Weiterentwicklung in der Bauweise im Laufe des Mittelalters erkennbar. Das Fundmaterial der Untersuchung überragt in seiner Qualität, Erhaltung und Menge die Masse der zeitgleichen brandenburgischen Fundplätze weit. Ein derartig reiches Inventar dürfte allenfalls von Brandenburg/Havel vorliegen. Der Fund einer Schachfigur aus Bernstein stellt eine singuläre Erscheinung wohl im gesamten europäischen Mittelalter dar. Bisher sind Schachfiguren aus Knochen, Geweih, Elfenbein, Halbedelstein und Bergkristall bekannt. Es sind ausgesprochen seltene Fundstücke, die fast ausnahmslos mit Adel oder Hochadel in Verbindung zu bringen sind.
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