
Germanische
Siedlungen
Im 6. Jahrhundert v. Chr. bildete sich zwischen Weser und Oder auf der Grundlage bronzezeitlicher Traditionen eine neue Kultur, die Jastorf-Kultur heraus, die allmählich vom Bronze- zum Eisengebrauch überging. Es wird angenommen, daß die Träger dieser Kultur Germanen waren, die dann um die Zeitenwende durch die Ausdehnung des römischen Machtbereiches auch schriftliche Erwähnung finden. In der Völkerwanderungszeit kam es zu einer Abwanderung des größten Teils der germanischen Bevölkerung.
Archäologische Ausgrabungen, die diese Periode betreffen, wurden von unserer Firma schwerpunktmäßig im Havelland durchgeführt. An erster Stelle ist die siedlungsarchäologische Untersuchung in Dallgow-Döberitz zu nennen. Auf dem Fundplatz 37 in der Gemarkung Dyrotz wurde eine hauptsächlich in der vorrömischen Eisenzeit belegte Siedlung ausgegraben. Das in späterer Zeit in Senken eingeflossene Material enthielt auch Funde, die in die römische Kaiserzeit datieren. Darunter ist eine schöne Bronzefibel aus dem 4. Jahrhundert. Die Pfosten eines Langhauses aus der frühen römischen Kaiserzeit konnten bei der archäologischen Begleitung einer Leitungstrasse in Zachow bei Ketzin dokumentiert werden. Zur Zeit kommen bei Tiefbauarbeiten in Dallgow-Döberitz Funde, wie eine Pferdebestattung, ein Urnengrab und Siedlungsreste, aus dem Übergang von der Bronze- zur Eisenzeit zu Tage.
