
Slawen

Abb. 1
Kastenkonstruktion der zweiten Burgphase
Während der ersten Grabungskampagne (2001) konnten neue Erkenntnisse zur deutsch-mittelalterlichen Burg, zur spätslawischen Besiedlung und slawischen Ringwallanlage gewonnen werden. Schon damals zeigte es sich , dass die Holzerhaltung mit zunehmender Tiefe immer besser wurde.
Während der zweiten Grabungskampagne wurde die Basis des Ringwalles erreicht. Der Aufbau der hölzernen Konstruktion der Anlage zeigte sich folgendermaßen: Jedes kastenartige Segment bestand zunächst aus drei Elementen, einem Kernkasten IIa sowie einem vorderen Kasten IIb und einem hinteren IIe. Der Kernkasten war in Blockbautechnik errichtet und im wesentlichen mit Erde verfüllt. Das sich rückwärtig an den Kernkasten anschließende Kastenelement IIe erreichte nicht die volle Höhe des Kernkastens und war einmal gestuft. Das Kennzeichnende bei dieser Konstruktion waren die lagenweise eingebrachten Radialhölzer, die von Lage zu Lage immer kürzer wurden, so dass die Rückfront ein abgetrepptes Aussehen hatte. Einen ähnlichen Aufbau konnte man an der dem Kernkasten vorgelagerten Konstruktion feststellen. Auch hier war der massive Einbau von Radialhölzern bestimmend.
Die eigentliche Überraschung aber war eine weitere Burgphase unterhalb der Basis des Ringwalls. Dabei handelte es sich um eine Befestigungssystem, das in Lage, Ausdehnung und im Aufbau nicht mit dem Nachfolger übereinstimmt. So zeigte die als Basis für einen Wall dienende Konstruktion einen nahezu geraden Verlauf, so dass hier kein Ringwall vorzuliegen scheint.
