Literatur:
Werner, H. 2003: Von Erdnägeln und Kastenelementen, Neues zur Konstruktion der slawischen Burg von Lenzen, Lkr. Prignitz. In: Archäologie in Berlin und Brandenburg 2003 (Theiss Verlag, Berlin und Stuttgart), S. 111-115.

Werner, H. 2001: Wallkonstruktion und Wohnbebauung. Der Burgberg von Lenzen, Landkreis Prignitz. In: Archäologie in Berlin und Brandenburg 2001 (Theiss Verlag, Berlin und Stuttgart), S. 102-105

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Lenzen, Burg



Abb. 1
Kastenkonstruktion der zweiten Burgphase
Seit mehr als 10 Jahren begleitet unsere Firma die Umbauarbeiten auf der Burg in Lenzen. Zunächst beschränkten sich im wesentlichen unsere Aktivitäten auf den Bereich der Keller des barocken Gebäudekomplexes und auf den südlichen Hangbereich des Burgberges. Dies änderte sich im Jahre 2001. Zu diesem Zeitpunkt beschloss der BUND-Niedersachsen als Besitzer der Burg den Bau eines Gästehauses auf dem Burgberg. Der Neubau setzte eine Baugrube voraus, deren Sohle ca. 8 Meter unter das heutige Hofniveau reichte. Diese Baugrube wurde von unseren Mitarbeitern im Rahmen einer bauvorbereitenden archäologischen Untersuchung vollständig ausgehoben. Die Ausgrabungen erfolgten während zweier Kampagnen innerhalb von 40 Wochen durchgeführt.
Während der ersten Grabungskampagne (2001) konnten neue Erkenntnisse zur deutsch-mittelalterlichen Burg, zur spätslawischen Besiedlung und slawischen Ringwallanlage gewonnen werden. Schon damals zeigte es sich , dass die Holzerhaltung mit zunehmender Tiefe immer besser wurde.
Während der zweiten Grabungskampagne wurde die Basis des Ringwalles erreicht. Der Aufbau der hölzernen Konstruktion der Anlage zeigte sich folgendermaßen: Jedes kastenartige Segment bestand zunächst aus drei Elementen, einem Kernkasten IIa sowie einem vorderen Kasten IIb und einem hinteren IIe. Der Kernkasten war in Blockbautechnik errichtet und im wesentlichen mit Erde verfüllt. Das sich rückwärtig an den Kernkasten anschließende Kastenelement IIe erreichte nicht die volle Höhe des Kernkastens und war einmal gestuft. Das Kennzeichnende bei dieser Konstruktion waren die lagenweise eingebrachten Radialhölzer, die von Lage zu Lage immer kürzer wurden, so dass die Rückfront ein abgetrepptes Aussehen hatte. Einen ähnlichen Aufbau konnte man an der dem Kernkasten vorgelagerten Konstruktion feststellen. Auch hier war der massive Einbau von Radialhölzern bestimmend.
Die eigentliche Überraschung aber war eine weitere Burgphase unterhalb der Basis des Ringwalls. Dabei handelte es sich um eine Befestigungssystem, das in Lage, Ausdehnung und im Aufbau nicht mit dem Nachfolger übereinstimmt. So zeigte die als Basis für einen Wall dienende Konstruktion einen nahezu geraden Verlauf, so dass hier kein Ringwall vorzuliegen scheint.
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