
Burgen und
Schlösser

Abb. 1
Die freigelegte Bastion des Renaissance-Schlosses in Potsdam

Abb. 2
Zwei Beigefäße aus einem schnurkeramischen Körpergrab vom Alten Markt
Vom Jahr 1997 an führte die Archäologie Manufaktur GmbH mehrere Untersuchungen auf der Fläche des Potsdamer Alten Marktes und am Standort des ehemaligen Stadtschlosses durch. Die meisten Maßnahmen standen im Zusammenhang mit der geplanten Neuerrichtung des Potsdamer Stadtschlosses in den nächsten Jahren. Untersucht wurden dabei die Fundamente des Fortunaportals, deren Freilegung und dreidimensionale Dokumentation die Grundlage für den 2001 erfolgten Wiederaufbau auf den alten Mauerresten bildete. Untersucht wurde ebenso ein Ausschnitt des Ostflügels des Stadtschlosses im Zuge der Bundesgartenschau 2001 in Potsdam. In den Jahren 2002-2005 stand der Marktplatz im Mittelpunkt des archäologischen Interesses. Hier konnte auf einer etwa 5000 m² ein ganzes mittelalterliches und frühneuzeitliches Stadtquartier wiederaufgedeckt werden, dass bei der Anlage der großen Freifläche stadtseitig des Schlosses zum Ende des 17. Jahrhunderts abgetragen worden war. Es gelang, die Straßen- und Grundstücksstrukturen vom 13. bis zum 18. Jahrhundert ausfzuzeigen. Dazu kam der Nachweis einer mittelslawischen Befestigungsanlage aus dem 8.-9. Jahrhundert sowie einer vermutlich mittelneolithischen Siedlung mit einer doppelten Palisadeneinfassung nach Norden hin und eines spätneolithischen Körpergräberfeldes. Ein Grab war mit zwei Gefäßen ausgestattet, die typologisch der frühen Schnurkeramik (um 2700 v. Chr.) zugeordnet werden konnten.
