Abb. 1 Der Grundriss eines frühbronzezeitlichen Pfostenbaues wurde freigelegt
Auf dem Baugelände der Potsdamer Feuerwehr zwischen Holzmarkt- und
Türkstraße konnten 2005 die Schicksale eines am Havelufer angelegten
bronzezeitlichen Dorfes über mehrere Jahrhunderte verfolgt werden. Um 2000
v. Chr. angelegt, brannte es um 1200 ab, wurde danach von Sanddünen
überweht, dennoch bald wieder aufgebaut, jedoch um 1000 v. Chr. endgültig
verlassen, wahrscheinlich um 250 m nach Süden in den Bereich des Potsdamer
Burgwalles verlegt. Wichtigster Befund ist ein Hausgrundriß aus der
Gründungszeit, der fünfte dieses (bisher ausschließlich auf Grabungen der
Archäologie Manufaktur entdeckten) frühbronzezeitlichen Gebäudetyps im Land
Brandenburg. Von großem Interesse sind auch die zahlreichen mittel- und
jungsteinzeitlichen Funde, darunter frühneolithische Stichbandkeramik
mitteldeutschen Charakters, die hier als Importware in einer Siedlung
spätmesolithischer Jäger und Fischer auftritt.