Literatur:
Kurzhals, A. 1998: Die Stadtmauer von Rheinsberg. Untersuchungen im westlichen Randbereich der mittelalterlichen Stadt Rheinsberg, Landkreis Ostprignitz-Ruppin.. In: Archäologie in Berlin und Brandenburg 1997 (Theiss Verlag, Berlin u. Stuttgart)., S. 105-107.

Investoren:
Stiftung Preußische Schlösser u. Gärten, 14471 Potsdam, Lennéstr. 9

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Rheinsberg, Kavalierhaus



Abb. 1
Fundamente der Rheinsberger Stadtmauer mit Weichhaus
In den letzten Jahren nahm die Zahl der Stadtkerngrabungen in Brandenburg stetig zu, da immer mehr Baulücken in den Altstadtbereichen geschlossen werden und die Sanierung der alten Bausubstanz vorangetrieben wird. Die Erfahrungen, die die Archäologie Manufaktur GmbH in der Stadtkernarchäologie gewonnen hat, berühren zwei Bereiche: Einerseits die bodendenkmalpflegerische Untersuchung an herausragenden Bauwerken innerhalb eines mittelalterlichen oder neuzeitlichen Stadtensembles und andererseits Ausgrabungen im Bereich von Wohnquartieren oder öffentlichen Bereichen. Als exemplarisch für den ersten Bereich können die Ausgrabungen im Vorfeld der Neuerrichtung eines Baues der Musikakademie Rheinsberg am historischen Kavalierhauses des Rheinsberger Schlosses gelten. Neben der Dokumentation der Grundmauern des 1761 errichteten Domestikenhauses, einem Anbau des Kavalierhauses, dessen Vorderfront dem Grienericksee zugewandt war, ließen sich Reste eines heutzutage unbekannten, dreiflügligen renaissancezeitlichen Vorgängerbaues nachweisen. Das spätbarocke Domestikenhaus war teilweise auf den Fundamenten der mittelalterlichen Rheinsberger Stadtmauer errichtet worden. Die Überreste dieser Feldsteinmauer wurden im Zuge der Grabungsarbeiten sorgfältig freigelegt, anschließend gesichert und in den Neubau integriert. Seit dem Winter 1998 kann dieser Abschnitt der Rheinsberger Stadtmauer einschließlich eines Weichhauses im Kellergeschoss des Künstlerhauses der Musikakademie Rheinsberg besichtigt werden. Zu den ältesten mittelalterlichen Befunden aus dem frühen 13. Jahrhundert gehören ein hölzerner Brunnen und Reste der ältesten Stadtbefestigung, bestehend aus einem einfachen Wall-Graben-System mit Palisade. Andere Grabungen in Rheinsberg betrafen Teile des Schlosses selbst, sowie den Marstall. Weitere Untersuchungen an herausragenden Bauwerken der Brandenburgischen Geschichte führte die Archäologie Manufaktur GmbH am Standort des Potsdamer Stadtschlosses, am Neuen Palais, Potsdam, am Jagdschloss Königs Wusterhausen, an der Burg Lenzen und am Standort des historischen Cottbuser Rathauses durch.
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