Literatur:
Beran, J. 2000: Wagenspuren und verzierte Jagdwaffen. Ein stein- und bronzezeitlicher Moorfundplatz bei Wustermark, Landkreis Havelland.. In: Archäologie in Berlin und Brandenburg 1999 (Theiss Verlag, Berlin u. Stuttgart)., S. 46-47.

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Wustermark 22



Abb. 1
Blick auf einen Teil der Moorgrabung. Die Schichten wurden bis zum Boden des ehemaligen Gewässers abgetragen. Über die Jahrtausende bildeten sich Mudde- und Torfschichten, die das einst wasserreiche Moorgebiet verlanden ließen.
In den letzten zehn der insgesamt 37 Grabungswochen fand in einem Teilbereich des alten Wasserlaufes mit Hilfe einer Grundwasserabsenkung eine der größten bisher in Brandenburg durchgeführten Moorgrabungen statt. Innerhalb eines bis 2,5 m mächtigen Paketes aus abwechselnd sandigen und torfigen Verlandungsschichten spiegelten sich die wechselnden Wasserstände und die Aktivitäten der urgeschichtlichen Siedler wider. Vor allem der frühbronzezeitlichen Hauptbesiedlungsphase lassen sich eine ausgedehnte Abfallstreuung, Fahrzeug- und Viehtrittspuren sowie eine Vielzahl wohl der Befestigung und Einzäunung von Wegen dienender Pfosten zuweisen. Die für Brandenburg ebenfalls ein Novum darstellenden, in zwei verschiedene Richtungen weisenden Wagenfahrspuren deuten Verbindungen unserer Siedlung mit dem frühbronzezeitlichen Siedlungs- und Werkplatz Dyrotz 34 sowie mit dem großen Bestattungsplatz Dyrotz 40 an. Die unterhalb der neolithischen und bronzezeitlichen Fundhorizonte liegenden Schichten aus unter Wasser gebildetem Torf und eingespültem Sand waren weitgehend fundfrei und erlaubten eine zügige Abtragung, sodaß auf 296 m2 der mineralische Untergrund des Moores erreicht werden konnte. Erst in den letzten 30 cm über dem steinigen Bett des alten Flußlaufes stießen wir auf den erhofften frühen Fundhorizont aus zerschlagenen Wildtierknochen, Knochen-, Geweih- und Flintartefakten. Unter den bestimmbaren Gerät- und Waffentypen (darunter u.a. zehn Knochenspitzen und neun Angelhaken) befinden sich ältermesolithische und auch spätpaläolithische Formen. Überraschungen und bisher für Brandenburg einzigartig waren eine Beilklinge aus Elchgeweih mit feiner Ritzverzierung und eine ebenfalls ritzverzierte Knochenspitze.
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